Konzeption der 17. Brandenburgischen Seniorenwoche (BSW)
Die 17. BSW findet in der Zeit vom 13. Juni - 20. Juni 2010 statt.
Unter dem Motto: „Sozial gesichert, aktiv leben – für alle Generationen“ wollen die Seniorinnen und Senioren des Landes Brandenburg die Seniorenwoche zu einem weiteren Höhepunkt ihrer Arbeit gestalten.
Der Ministerpräsident wird um die Übernahme der Schirmherrschaft gebeten.
Die Senioren wirken an der Entwicklung im Land und in den Kommunen aktiv mit. Dennoch nehmen wir mit Sorge Entwicklungstendenzen wahr, wonach sich Altersarmut, Kinderarmut, Langzeitarbeitslosigkeit und damit Ausgrenzung von Menschen aus dem gesellschaftlichen Leben in Brandenburg, in der BRD und in Europa immer weiter ausbreiten. Von der Armut sind in erschreckendem Maße Kinder betroffen, die Altersarmut steigt an.
Im Internationalen „Jahr gegen Armut und soziale Ausgrenzung“ sollen deshalb die damit in Zusammenhang stehenden Probleme stärker Eingang in die Seniorenarbeit und in die seniorenpolitischen Zielstellungen der 17. Brandenburgischen Seniorenwoche finden.
Arbeit soll sich für unsere Kinder und Enkel lohnen, ihre Rentenansprüche sollen für ein sorgenfreies Leben im Alter ausreichen.
Die Seniorinnen und Senioren werden auch ihre Aktivitäten für und mit den anderen Generationen des Landes Brandenburg zu unser aller Wohl verstärken. Damit nehmen sie an der politischen Entwicklung im Land und in den Kommunen aktiven Anteil. Die Seniorenpolitik ist ein Teil des Prozesses, mit dem der demographischen Entwicklung und dem wachsenden Anteil älterer und alter Menschen im Land Brandenburg immer mehr Rechnung getragen wird. Weil die demografische Entwicklung sowohl auf Veränderungen in der älteren als auch in der jüngeren Generation verweist wollen wir unseren Beitrag auch für eine lebenswerte Zukunft aller Generationen leisten und die Zusammenarbeit mit den Interessengruppen für Familie, mit der Jugend und den Schulen verstärkt fortsetzen.
Wir können auf gute Erfahrungen in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen zurückblicken und an diese anknüpfen.
Wir setzen uns ein für:
· das solidarische Zusammenleben und die gegenseitige Förderung und Achtung der Generationen in den Familien und in der Gesellschaft; für gemeinsame Aktivitäten, gegenseitiges Verständnis und Toleranz ohne Diskriminierung der Generationen.
· die Akzeptanz eines differenzierten Altersbildes in unserer Gesellschaft, die Anerkennung der Lebensleistung der Seniorinnen und Senioren und die Achtung ihrer Lebenserfahrung. Dazu zählen auch die Weiterbildung und lebenslanges Lernen auch unter Beteiligung mit Kindern und Jugendlichen.
· solche Lebens- und Entwicklungsbedingungen junger Menschen, die es ihnen ermöglichen, ihre Lebensperspektive in unserer Region zu finden.
· Sicherheit und Ordnung im täglichen Leben sowie den Schutz vor Kriminalität;
· ein klares Bekenntnis gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, für ein verständnisvolles und solidarisches Zusammenleben;
· gesundheitliche Prävention und eine angemessene medizinische Betreuung und Pflege. Wir befürworten und unterstützen die Schaffung von Ärztehäusern und den Einsatz von Gemeindeschwestern vorrangig in ländlichen Gebieten sowie gleiche Zugangsbedingungen in der gesundheitlichen Versorgung für alle Menschen;
· altersgerechten, bezahlbaren Wohnraum in einem seniorengerechten Wohnumfeld, der ein selbständiges und selbst bestimmtes Leben der Senioren ermöglicht;
· einen bedarfsgerechten Nahverkehr, der nach Mobilität und die Teilnahme am gesellschaftlichen und kulturellen Leben auch in den ländlichen Räumen ermöglicht;
· die Förderung der ehrenamtlichen Arbeit von Seniorinnen und Senioren, ihre Würdigung und Anerkennung, eine kostenlose Weiterbildung und Erstattung der den ehrenamtlich Tätigen entstandenen Kosten;
· die Verhinderung der Altersarmut und die Herstellung von Rentengerechtigkeit zwischen Ost und West;
· Die Pflege freundschaftlicher Beziehungen zu unseren polnischen Nachbarn, Austausch der jeweiligen Erfahrungen auf sozialem und kulturellem Gebiet.
Gestaltung der Seniorenwoche
Die politischen, kulturellen, bildenden, sportlichen und geselligen Veranstaltungen werden die Vielfalt des Lebens von Seniorinnen und Senioren und des Zusammenhalts der Generationen auf hohem Niveau zum Ausdruck bringen.
Schwerpunkte:
· Neue Projekte der Zusammenarbeit mit anderen Generationen sollen entstehen, die Erfahrungen unserer Mitgliederverbände genutzt werden.
· Besondere Bedeutung kommt der Familienpolitik zu, in der Senioren eine gleichberechtigte Rolle spielen.
· Gespräche mit Politikern, Vertretern der Wohnungswirtschaft, Ärzten, der Polizei, Vertretern der Wohlfahrtsverbände, der Krankenkassen und der örtlichen Wirtschaft sollen eine Bilanz des Ereichten ziehen und weitere Aufgaben aufzeigen, um ggf. Veränderungen einleiten zu können.
· Begegnungszentren und Mehrgenerationshäuser sollen sich zu Orten gemeinsamer Aktivitäten entwickeln.
· Im Prozess der Vorbereitung und Gestaltung von Veranstaltungen sollen Senioren, Kinder und Jugendliche gemeinsam tätig werden, um durch diesen Prozess länger wirkende Beziehungen herzustellen.
· Die Arbeit mit Zeitzeugen ist neu zu durchdenken,
· Eine qualifizierte Pflege und den Menschen zugewandte Betreuung in den Heimen muss erreicht werden. Mit der Arbeit von Obundsleuten ist zu beginnen.
· Gespräche in den Seniorenheimen über die Mitwirkung von ehrenamtlich Tätigen und die Gestaltung von Beziehungen zwischen Heimbewohnern, Kindern und Jugendlichen in den Heimen werden angestrebt.
· Sportliche Veranstaltungen und Wettkämpfe auch unter Beteiligung von Kindern und Jugendlichen tragen zu gegenseitigem Verstehen, Achtung und Anerkennung bei.
· Einladungen von polnischen Seniorinnen und Senioren im grenznahen Bereich zu den Veranstaltungen festigen bestehende Bindungen, lassen neue freundschaftliche Beziehungen entstehen und unterstützen das gesamtgesellschaftliche Anliegen guter nachbarschaftlicher Verhältnisse.
· Wir rufen auf zur Solidarität mit Kindern und von Armut betroffenen Familien. Durch eine Spendenaktion sollen regionale Projekte des Bündnisses für Familien unterstützt werden.
Zentrale Eröffnungsveranstaltung 2010 in Storkow
Diese Veranstaltung soll durch aktive Einbeziehung von Kindern und Jugendlichen die Richtigkeit des Mottos der 17. BSW unter Beweis stellen. Es können ca. 200 Gäste an der Veranstaltung teilnehmen.
Öffentlichkeitsarbeit
Der Seniorenrat des Landes Brandenburg vermittelt in einem im Mai 2010 stattfindenden Pressegespräch Ziele, Inhalte und Höhepunkte der Brandenburgischen Seniorenwoche.
In den Kreisen und kreisfreien Städten sind durch die vorhandenen Kontakte die örtlichen Medien (Presse, Stadtfernsehen, Internet etc.) rechtzeitig über die Veranstaltungen und deren Inhalte zu informieren. Aktive Seniorinnen und Senioren und bemerkenswerte Projekte der Zusammenarbeit zwischen Jung und Alt sollen in der Presse vorgestellt werden.
Finanzierung
Die zur Verfügung stehenden Fördermittel sind konzentriert unter Beachtung des Landeshaushaltsrechts einzusetzen.
Die Planung und Abrechnung der Mittel muss unter strikter Einhaltung der Fristen und der Förderbedingungen entsprechend der Konzeption erfolgen.
Den Seniorenbeiräten wird dafür ein gesondertes Material übergeben.